Seekrankheit

 

Die Angst, seekrank zu werden, haben sicherlich die meisten Leute,

die noch nie gesegelt sind. Daher möchte ich hier aus eigener Erfahrung berichten.

 

Ein Segelboot ist kein Auto, das schön gerade – ohne Schwankungen – dahinfährt. Ein Segelurlaub ist kein Pauschalurlaub ...

Mit den Schwankungen kann unser Gleichgewichtssinn im Ohr erst einmal nichts anfangen, daher müssen wir uns erst einmal daran gewöhnen. 

Dem einen macht das wenig, bis gar nichts aus und dem anderen vergeht die ganze Lust auf See, wenn er erste Anzeichen der Seekrankheit verspürt. Ein Katamaran hat da seine Vorteile, weil er ja nicht in solche Schräglagen gerät, wie ein Einrumpfboot. Sehr frauenfreundlich!

 

Die ersten drei Segeltörns habe ich problemlos weggesteckt. Sie gingen über mehrere Tage auch mit Nachtnavigation. Auch fühlte ich mich durch

die jahrzehntelange Erfahrung meines Partners in absolut sicheren Händen. Was für mich schon mal das Wichtigste ist.

 

Und dann kam der Tag, an dem die ersten Anzeichen auftraten.

Ich wurde immer müder und die an mir vorbeiziehenden wunderschönen Felsenformationen und das türkisblaue Wasser konnten mich gar nicht

mehr erfreuen. All die Schönheiten rückten immer weiter von mir weg.

Ich nahm eigentlich gar nicht mehr viel wahr.

Erst schob ich es auf die lange Anreise zum Boot, die mit etlichen Hindernissen verbunden war. Aber ich war schon den dritten Tag am Boot und mir wurde schnell klar, dass das jetzt nur die vielbesagte Seekrankheit sein kann.

Auch setzten leichte Kopfschmerzen ein und mir wurde auch ein wenig übel.

Dann bekam ich Panik, dass das noch schlimmer werden würde und ich sah mich schon erbrechend im letzten Eckchen liegend.

Das machte die ganze Angelegenheit natürlich noch schlimmer.

Benebelt bin ich dann in die Koje und habe auch gleich schnurstracks geschlafen. Nach diesem, drei Stunden dauerndem Nachmittagsschläfchen bin ich dann langsam wieder zu mir gekommen und nahm auch die Welt um mich herum wieder so richtig wahr.

 

Erst wollte ich das leckere Abendessen meines kochenden Kapitäns aus Angst vor einer Wiederholung ausfallen lassen, aber das war das Beste,

was ich machen konnte. Damit konnte mein Gehirn dann wieder was anfangen und ich war danach wieder völlig fit.

Unter Seglern ist bekannt, dass man auf See essen muss!

 

Das war also die Seekrankheit. Und ich kenne auch fast keinen Segler, der so etwas nicht auch schon mal erlebt hat. Also keine Angst, es geht vorrüber.

 

Problematisch sind oft Männer. Viele gestehen es sich nicht ein, denn so etwas passiert nur „Weicheiern“. Aber weit gefehlt – es ist kein Unterschied, ob Mann oder Frau. Es ist nichts, wofür man sich schämen muss.

 

Hier noch einmal die Anzeichen:

  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Niedergeschlagenheit
  • Abwesenheit
  • Desinteresse
  • Schwindel
  • Erbrechen
  • Panik

 

Was man dagegen tun kann:

  • Ausruhen
  • Ruhig bleiben
  • Essen und Trinken
  • Sich selbst nicht verrückt machen
  • Blick auf den Horizont
  • Schlafen
  • Reisetabletten

 

Fazit:

 

Seekrankheit ist nichts, wo vor man Angst haben muss. Sie vergeht wieder.

Unser Körper bzw. unser Gehirn muss sich erst an die „Schieflagen“ gewöhnen. Daher einfach ruhig bleiben, ausruhen und immer daran denken, dass es bald vorbei ist. Spätestens bei einem leckeren Abendessen in den herrlichen griechischen Tavernen ist alles vergessen.

Mich hat diese Seekrankheit seit dieser Erfahrung zum Glück nicht mehr heimgesucht. Aber ich kann heute sagen, dass es kein Grund ist,

ist Panik zu verfallen. Danach sind Sie wie neugeboren.